25. Juni 2018

Fonds mit Künstlicher Intelligenz – Schlauer als ETF

Interview wurde auf Fundspec.com veröffentlich:  https://fundspec.com/de/interview/fonds-mit-kuenstlicher-intelligenz-schlauer-als-etfs/

Herr Gum, Ihr Unternehmen hat sich der «Künstlichen Intelligenz» als Investment­ansatz verschrieben. Wie kam es dazu?

Nach über einem Jahrzehnt im Private Banking und zwei Jahrzenten in der Finanz­branche stellen wir fest, dass viele Kunden in Krisen­zeiten nie vor Verlusten geschützt waren und teil­weise mussten sie jahre­lang warten, um wenigstens ihren Kapital­einsatz wieder zu erreichen. Hier fragen wir uns, ob es nicht Möglich­keiten gibt, um die grossen Anlage­fehler mittels modernster Techno­logien zu vermeiden.

Das war die Geburtsstunde des Konzepts und erste Analysen im Gründer­kreis wurden gestartet. Wir begannen mit der Suche nach den besten Indi­katoren, die Vermögen schützen und das Anlage­timing optimieren. Mit einem Team von Künstlichen-Intelligenz- (KI) und Big- Data-Spezia­listen analy­sierten wir verschie­denste Indika­toren und Szenarien.

Vor allem die neuen Möglich­keiten der KI-Systeme, die mit Hilfe von «Deep and Machine Learning» Algo­rithmen-Daten auf eine neuartige Art analy­sieren, brachte verblüffende Resultate.

Als Beispiel wie moderne KI-Systeme funktionieren, verwenden wir oft in Kunden­präsenta­tionen die «Alpha GO» Story von Google. Das Brettspiel «GO» ist das Schach Asiens. «GO» ist aber bei weitem komplexer als Schach, und kein Computer konnte bisher einen «GO»-Profi­spieler schlagen. Mit «Alpha GO» hat Google den Beweis angetreten, dass ein Computer, der auf neueste KI basie­rende Algo­rithmen setzt, die welt­besten «GO»-Spieler schlagen kann. Denn der Google-Algo­rithmus lernte «GO» derart schnell und gut, dass er dem 15-fachen Welt­meister Lee Sedol in Seoul keine Chance lies und ihn klar besiegte. Das Programm besiegte aber nicht nur den Welt­meister, es erfand neue Züge, die noch kein Spieler zuvor in der 2.000-jährigen Geschichte des Spiels so gespielt hatte. Das war für uns die wirklich bahn­bre­chende Message: «Die KI hat das gesamte Spiel verändert.»

Wir erwarten in den nächsten Jahren, dass diese auf KI-basierten Systeme das globale Spiel der Finanz­märkte verändern und neue Finanz­markt­strategien entwickelt werden. Mit Private Alpha wollen wir diesen neuen Mega­trend als Pionier für die Asset-Mana­gement-Branche in der Schweiz und in Deutschland mitge­stalten und konnten bereits ein erstes Produkt auf den Markt bringen.

Ist dafür in der Schweiz genügend Wissen vorhanden?

Die Experten sind sicher nicht leicht zu finden. Bei der Zusammen­stellung des Teams ist uns unsere jahre­lange Erfahrung im Banking zugute­gekommen, gepaart mit einem sehr guten Netzwerk in der Tech-Startup-Szene in Zürich und München. Wir konnten aus verschie­densten Bereichen exzel­lente Mitar­beiter und Berater für uns gewinnen und so das Gründer-Team um weitere Tech-Experten verstärken.

Wie setzt sich Ihr Team zusammen?

Mit Christoph Züllig, einem Wegge­fährten aus Credit-Suisse-Zeiten mit enormer Branchen­erfahrung, konnte ich einen moti­vierten Co-Founder finden, der mich in vielen Bereichen optimal ergänzt. Der in Luzern und München tätige Start-up-Anwalt Alan Solansky vervoll­ständigte das Gründer­team zusammen mit dem auf digitales Marketing spezia­lisierten Thomas Reiter. Zudem haben wir ein Team aus Experten auf dem Gebiet der KI aufgebaut.

Mit Andreas Perreiter unter­stützt uns ein sehr erfolg­reicher Unter­nehmer und Business Angel. Er nimmt auch einen Platz im Aufsichts­rat ein und ist einer der Seed-Inves­toren im ersten Private-Alpha-Fonds. Mit dem Family Office BodmerLyhs&Partner AG aus Zürich konnten wir von Beginn weg einen starken strate­gischen Partner gewinnen. Das Family Office setzt auf bewährte Anlage­konzepte, ist aber ständig auf der Suche nach inno­vativen Ansätzen. Der Fonds von Private Alpha wird in Kunden­depots als taktische Allo­kation eingesetzt, um den Trend hin zu quanti­tativen Ansätzen und Fintech-Inno­vationen abzu­bilden und in starken Down-Trends die Portfolien zu schützen.

Was ist genau der Unterschied zu den Robo-Advisor-Lösungen, die wie Pilze aus dem Boden schiessen?

Die bekannten Robo-Advisors sind heute über­wiegend Tools, die mit Hilfe von ETFs eine defi­nierte Asset-Allo­kation umsetzen. Der Kunde kann aus verschie­denen Anlage­strategien auswählen, und der Computer modelliert den gewählten Risiko-Präfe­renzen entspre­chend ein Modell­portfolio. Der Kunde erhält eine kosten­günstige Anlage­variante ohne Beratung mit einer einmalig festge­legten Strategie.

Wir glauben, dass moderne Anlage­strategien sich zukünftig dynamisch und selbst­lernend den Markt­verhält­nissen anpassen werden. Daher nutzen wir auch als Grund­lage einen klassischen Investment­fonds­mantel. Wir bauen, so zu sagen, den schlaueren ETF. Da wir das Beste aus der aktiven Investment­welt der Fonds­manager via model­lierten KI- Algo­rithmen mit der günstigen passiven Investment-Welt der ETF-Anbieter verbinden.

Können Sie ein paar Worte zu Ihrem Fonds sagen und für welche Art von Investoren er sich eignet?

Der Name unseres ersten Fonds ist «Private Alpha Algo­rithmic Robo Fund». Der Name soll den aus fünf Indika­toren beste­henden voll digitalen Invest­ment­ansatz, der die Asset-Allo­kation steuert, darstellen. Vier Indika­toren sind trend­erkennend und anti­zipieren Markt­entwick­lungen, sind also nach vorne schauend. Der fünfte Indi­kator ist ein selbst­entwic­kelter Börsen­sentiment­indikator, der histo­rische Daten ana­lysiert. Die Investment­scheidung ergibt sich dabei computer­basiert aus einer quanti­tativen Auswertung der fünf Indika­toren und resultiert in einer abso­luten Entscheidung, den Markt zu kaufen, zu verkaufen oder Cash zu halten. Das Modell ist auf den deutschen Aktien­index ausge­richtet. Long- sowie Short­phasen werden mittels börsen­gehan­delter DAX-Futures umgesetzt. Auf Leverage wird verzichtet. Es ist beabsichtigt, den Fonds in guten Markt­phasen voll zu inves­tieren und von der Wert­entwicklung am deutschen Aktien­markt profi­tieren zu lassen. In schlechten Phasen sollen Short­position ebenfalls positive Renditen gene­rieren. Die Vermögens­posi­tionen des Fonds werden ganz über­wiegend in Anleihen und Schuld­verschrei­bungen hoher Bonität investiert und um börsen­gehan­delte DAX-Futures ergänzt.

Der Fonds ist daher besonders für Anleger geeignet, die auch in schwachen Markt­phasen ihr Portfolio wider­stands­fähiger machen wollen und auch in den schwierigen Markt­phasen Rendite suchen.

Wie sieht die Performance aus?

Wir sind am 22.03.2018 gestartet und liegen aktuell bei ca. +3,5 Prozent Perfor­mance. Wir sind mit der Entwicklung bisher sehr zufrieden, da die Märkte in diesem Jahr hoch volatil sind. Unsere Indika­toren liefern die gewünschten Resultate und konnten sowohl in Long­phasen als auch in der im Mai aufgetre­tenen Short­phase Rendite generieren. Die histo­rische Rendite im Backtest der letzten 20 Jahre liegt bei 17,8 Prozent p.a. nach Kosten. Das hohe Alpha zum DAX, der auf ca. 6 Prozent kommt, liegt in den beiden grossen Krisen 2000/2001 und 2008/2009, in denen die Short­absiche­rungen ein hervorra­gendes Timing hatten und das Vermögen schützten.

Zur Person

Christoph J. Gum ist Mitgründer und CEO der Private Alpha Switzerland AG und verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung bei internationalen Grossbanken sowie Tech-Startups. Zuletzt arbeitete er drei Jahre in Wien als Private Banking COO einer Schweizer Grossbank. Bereits während seines Studiums konnte er Erfahrungen im Startup-Bereich sammeln, als er im Jahr 2000 ein auf Internet-Shops spezialisiertes E-Commerce-Unternehmen an die Börse begleitete. Das Wichtigste an einer jungen Unternehmung ist für ihn das Gründerteam. Er ist davon überzeugt, das Private Alpha eine starke Mannschaft zusammengestellt hat, um im neuen Megatrend der Künstlichen Intelligenz (KI) bahnbrechende Entwicklungen voranzutreiben.

 

Jetzt zum kostenlosen Newsletter anmelden:

Die Prognose für den nächsten Monat sichern.

 

Newsletter Sign Up